Stromvergleich: So findest Du 2023 einen günstigen Stromanbieter

Redakteur

Veröffentlicht: 27. Juli 2023, 18:34 Uhr

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Seit Anfang des Jahres normalisieren sich die Strompreise wieder. Ende Juli sind viele Stromverträge bei um die 30 Cent oder sogar darunter ankommen – deutlich unter den 40, 50 oder mehr Cent im Jahr 2022. Der Grund: Der Einkaufspreis für Strom ist seit dem Jahreswechsel gesunken. Mit Verzögerung schlägt das auch auf die Preise durch, die Du als Endkunde an den Stromanbieter zahlst.

Stromtarife zu vergleichen und den Anbieter zu wechseln, kann sich also wieder lohnen! Vor allem natürlich, wenn Dein aktueller Stromversorger den Preis erhöhen will oder bereits erhöht hat.

Im Artikel gehen wir die wichtigsten Kriterien für einen günstigen und guten Stromtarif mit Dir durch und erklären, wie der Stromvergleich mit einem Vergleichsrechner funktioniert.

So beginnst Du mit dem Stromvergleich

Such am besten Deine letzte Jahresabrechnung heraus – auf Papier oder im Online-Kundenbereich Deines Stromversorgers. Damit hast Du die nötigen Infos für den Stromvergleich zur Hand. 

Du musst die unzähligen Stromtarife nicht alle selbst vergleichen. Um den für Dich besten Tarif zu finden, kannst Du Vergleichsportale im Internet nutzen.

Unten haben wir den Stromrechner von Communicationads eingebunden und schon mal so eingestellt, dass er möglichst verbraucherfreundliche Ergebnisse ausgibt. So haben wir zum Beispiel „Bonus einrechnen“ auf nein gestellt, um die Chance auf dauerhaft günstige Tarife zu erhöhen. Manche Stromtarife sind nämlich nur wegen des Bonus im ersten Jahr günstig, danach unter Umständen sehr teuer. Natürlich kannst Du die Einstellungen nach Deinem Geschmack anpassen (Schaltfläche „Weitere Einstellungen“).


Transparenz: Der Vergleichsrechner enthält sog. Affiliate-Links, bei Vertragsabschluss können wir eine Provision erhalten. Mehr dazu, wie wir uns finanzieren, liest Du hier.

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Tipp: Vergleichsportale zeigen Deine Ersparnis zunächst im Vergleich zum Anbieter mit den meisten Kunden vor Ort (Grundversorger) an. Stelle den Vergleich besser so ein, dass er die Ersparnis zu Deinem tatsächlichen derzeitigen Stromtarif anzeigt.

Das musst Du beim Stromvergleich beachten

Damit die Suche nach einem günstigen Stromanbieter mit einem Vergleichsrechner klappt und Du am Ende wirklich die beste Ersparnis für Dich rausholst, achte auf folgende Punkte.

  1. Kenne Deinen Stromverbrauch
  2. Sei vorsichtig bei Bonustarifen
  3. Lass Dir weitere Stromtarife anzeigen
  4. Entscheide Dich optional für Ökostrom

1. Kenne Deinen Stromverbrauch

Deine Postleitzahl und ggf. Deinen Stadtteil musst Du angeben, da sich Strompreise regional unterscheiden können. Deinen Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro Jahr entnimmst Du am besten Deiner letzten Jahresabrechnung. Einen Anhaltspunkt kann Dir auch unsere Tabelle geben:

Durchschnittlicher Stromverbrauch

HaushaltsgrößeStromverbrauch WohnungStromverbrauch Haus
1 Person1.500 kWh2.600 kWh
2 Personen2.300 kWh3.100 kWh
3 Personen2.900 kWh3.900 kWh
4 Personen3.000 kWh4.300 kWh
5 Personen3.400 kWh5.200 kWh
Quelle: Stromspiegel 2022/2023 von CO2online. Stromverbrauchsklasse D (mittel), keine elektrische Warmwasserbereitung.

Nutze die Durchschnittswerte nur als groben Anhaltspunkt. Denn individuelle Faktoren können viel ausmachen, zum Beispiel, ob Du Dein Wasser mit Strom erhitzt oder eine Klimaanlage nutzt. In diesen Fällen dürfte Dein Verbrauch über der Schätzung liegen. Umgekehrt kannt Du durch gezieltes Stromsparen oder ein Balkonkraftwerk deutlich unter den Durchschnittswerten landen.

2. Sei vorsichtig bei Bonustarifen

Viele Anbieter versuchen, Neukunden zu gewinnen, indem sie ihnen im ersten Vertragsjahr einen Bonus auszahlen. Aus unserer Sicht haben solche Bonustarife jedoch ein paar Risiken:

• Durch die Bonuszahlung sind Tarife zwar im ersten Jahr günstig (Dir wird ein besonders niedriger monatlicher Durchschnittspreis angezeigt), anschließend zahlst Du aber häufig drauf.

• Schlimmstenfalls passiert das, ohne dass Du es merkst. Der Wegfall des Bonus nach einem Jahr gilt nicht als Preiserhöhung, weshalb Dich der Versorger auch nicht darüber informieren muss. 

• Im Ausnahmefall riskierst Du sogar, Deinem Bonus hinterherzurennen, weil manche Anbieter nicht von allein zahlen.

Wenn Du bereit bist, Dich konsequent jedes Jahr um einen neuen Stromanbieter und um Deinen Bonus zu kümmern, kannst Du diesen einberechnen lassen – das ist in der Regel die Voreinstellung der Portale.

Bist Du hingegen kein „Bonushopper“, stelle beim Stromvergleich ein, dass Du Boni nicht einberechnet haben willst. Den Stromrechner oben von Verivox haben wir bereits so eingestellt, dass der Bonus standardmäßig nicht einberechnet wird.

3. Lass Dir weitere Stromtarife anzeigen

Die Vergleichsportale haben mit vielen Stromanbietern Verträge geschlossen: Das Portal bekommt dann Geld vom Stromanbieter, wenn Du einen solchen Tarif abschließt. Manche Portale zeigen zunächst nur diese Angebote an, an denen sie etwas verdienen. Um mehr Tarife zu sehen, entferne den Haken bei „direkte Wechselmöglichkeit“.

Der Stromvergleich, den wir oben eingebunden haben, zeigt bereits standardmäßig auch Tarife an, für die keine Provision fließt. Kleiner Haken: Diese Angebote kannst Du nicht direkt über das Vergleichsportal abschließen, sondern Du musst auf die Anbieter-Website gehen.

Es kann sich auch lohnen, Tarife mit einer geringen „Weiterempfehlungsquote“ oder „Kundenempfehlungsquote“ anzeigen zu lassen. Möglich, dass es sich um einen neuen Anbieter handelt, der schlicht noch kaum Bewertungen bekommen hat.

4. Entscheide Dich optional für Ökostrom

Ist es Dir wichtig, dass Dein Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt, kannst Du in Vergleichsrechnern die Einstellung zum Ökostrom ändern. Nachhaltige Tarife tragen oft ein Gütesiegel wie „Ok-Power“ oder „Grüner Strom“. Dieses bescheinigt dem Anbieter unter anderem, den Ausbau der erneuerbaren Energien aktiv voranzutreiben.

Um die Einstellungen zu Ökostrom im Rechner oben zu ändern, klicke auf „Weitere Einstellungen“ (rechts, Mitte) und suche die Option „Nur Ökotarife” (linke Spalte Mitte).

Ökostrom kostet kaum mehr als konventioneller Strom. So gut wie immer ist Ökostrom günstiger als der Grundversorgungstarif, in den Du standardmäßig eingestuft wirst, sofern Du Dich nicht um einen Stromvertrag kümmerst.

Wirf auch einen Blick auf den Ökostrom-Vergleich von Forbes Advisor. Dort haben wir für Dich die Ökostromanbieter analysiert, die die Energiewende nachweislich voranbringen und anhand strenger Kriterien bewertet.

Auf was Du beim Stromvergleich sonst noch achten kannst

Beim Strompreisvergleich stößt Du eventuell auf weitere Kriterien, die vielleicht nicht zu einer großen Ersparnis beitragen, aber dennoch interessant sein können. 

Vertragslaufzeit

Die Vertragslaufzeit sollte normalerweise höchstens zwölf Monate betragen; das ist auf den Portalen meistens auch so voreingestellt. Doch falls Du einen sehr günstigen Tarif findest, überlege, ob Du nicht gleich einen Vertrag über zwei Jahre abschließt. Der Preis sollte natürlich für diese Zeit garantiert sein (siehe den nächsten Punkt, Preisgarantie).

Nach Ablauf der ersten Vertragslaufzeit dürfen sich Stromverträge nicht mehr um lange Zeiträume verlängern, wie es vor 2022 üblich war. Mittlerweile kommst Du nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit jederzeit mit einer Frist von einem Monat aus dem Vertrag raus.

Tipp: Erhöht Dein Anbieter den Preis, hast Du ein Sonderkündigungsrecht und kannst den Vertrag auch außer der Reihe kündigen. Die normalen Kündigungsfristen musst Du dann nicht beachten.

Preisgarantie

Die Preisgarantie sollte mindestens so lange dauern wie Deine Mindestvertragslaufzeit, in der Regel also zwölf Monate oder auch zwei Jahre. Beachte: Viele Preisgarantien umfassen nur den reinen Strompreisanteil, nicht jedoch Steuern und Umlagen. Ändert sich zum Beispiel die Stromsteuer, dann ändert sich auch Dein Preis, ohne dass die Garantie verletzt wird.

Kündigungsfrist

Die Kündigungsfrist bei Stromtarifen ist mittlerweile auf einen Monat gedeckelt. Vorher waren oft auch sechs Wochen üblich.

Paket-Tarife, Vorauskasse, Kaution

Du solltest Deinem Stromanbieter keine größeren Beträge im Voraus überweisen. Denn im Fall einer Insolvenz wäre das Geld weg. Nachdem genau das mit dem Stromanbieter Teldafax und etwas später Flexstrom passiert ist, haben solche Stromtarife einen extrem schlechten Ruf. Sie spielen heute kaum noch eine Rolle.

Mehr erfahren: Wie der Anbieterwechsel abläuft, erfährst Du im Ratgeber Stromanbieter wechseln. Willst Du mehr über Kündigungsfristen und Deine Rechte als Stromkunde erfahren, wirf einen Blick in den Ratgeber Stromanbieter kündigen. Außerdem ist Strom sparen immer eine gute Idee. Denn der günstigste Strom ist der, den Du gar nicht erst verbrauchst.

Tipp: Falls Du einen Balkon mit Süd-, Ost- oder Westausrichtung hast, kannst Du mit einem sogenannten Balkonkraftwerk Deinen eigenen Ökostrom günstig produzieren. Damit wirst Du ein wenig unabhängiger vom Energieversorger und steigenden Strompreisen.

Das kannst Du aus dem Artikel mitnehmen

Deinen Stromtarif regelmäßig zu überprüfen, ist sinnvoll, weil die Anbieter oft ihre Preise ändern. 2022 waren die Strompreise enorm gestiegen, seit dem Jahresanfang sehen wir eine Erholung der Preise. Den Stromanbieter zu wechseln, lohnt sich in diesem Jahr meist wieder!

Insbesondere, wenn Du noch in der teuren Grundversorgung steckst oder Dein Versorger den Preis erhöht, solltest Du zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln. Dabei hilft ein sogenannter Stromvergleich (eigentlich: Stromtarifvergleich).

Zum Stromvergleich eignen sich zum Beispiel Vergleichsportale wie Check24 und Verivox. Die Einstellungen der Vergleichsrechner solltest Du an Deine Bedürfnisse anpassen. Wir empfehlen unter anderem, den Bonus nicht einzuberechnen und den Haken bei „direkte Wechselmöglichkeit“ zu entfernen, um mehr Tarife zu sehen.

Den in diesem Artikel eingebundenen Vergleichsrechner hat die Forbes-Advisor-Redaktion verbraucherfreundlich voreingestellt.

Die häufigsten Fragen zum Stromvergleich (FAQ)

Was muss ich beim Stromvergleich beachten?

Da sich Stromtarife regional unterscheiden, empfehlen wir, für den Stromvergleich einen Vergleichsrechner zu benutzen. Dort gibst Du Deine Postleitzahl und Deinen Jahresstromverbrauch ein und erhältst eine Liste mit günstigen Stromanbietern für Deinen Wohnort.

Größter Fallstrick sind unserer Meinung nach die Einstellungen vieler Vergleichsportale, die standardmäßig vorgegeben sind. Diese kannst Du aber ändern! Alles dazu findest Du im Ratgeber oben. In Kürze:

  • Lass Boni nicht einrechnen, wenn Du länger als ein Jahr bei Deinem neuen Stromanbieter bleiben willst. Lass ihn eingerechnet, wenn Du regelmäßig den Anbieter wechseln möchtest.
  • Stelle Optionen wie „direkte Wechselmöglichkeit“ und Ähnliches aus, dann siehst Du mehr Anbieter. Du musst den Stromvertrag dann aber möglicherweise über die Website des Anbieters abschließen und kannst nicht das Vergleichsportal dafür nutzen.
  • Entscheide Dich optional für Ökostrom oder „nachhaltigen Ökostrom“, wenn Du zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen willst. Der Aufpreis ist oft minimal.

Was ist der günstigste Stromanbieter?

Der günstigste Stromanbieter kann sich von Region zu Region unterscheiden. Gib Deine Postleitzahl in einen Vergleichsrechner ein, um Dir die Strompreise für Deinen Wohnort anzeigen zu lassen.

Was versteht man unter Grundpreis und Arbeitspreis?

Der Grundpreis, auch Grundgebühr genannt,  ist eine fixe Gebühr, zum Beispiel 8 Euro im Monat. Darin enthalten sind beispielsweise die Kosten für die Lieferung des Stroms und des Stromzählers. Der Arbeitspreis berechnet sich je Kilowattstunde (kWh) Stromverbrauch, zum Beispiel 28 Cent pro kWh. Der variable Anteil an den Gesamtkosten (Arbeitspreis) ist üblicherweise sehr viel höher als der fixe Anteil (Grundpreis). Achte deshalb in erster Linie auf einen möglichst niedrigen Arbeitspreis.

Was ist die Grundversorgung?

Auch wenn Du Dich nie um einen Stromanbieter gekümmert hast, kommt Strom aus der Steckdose. Du bist dann im sogenannten Grundversorgungstarif (oder auch im Ersatzversorgungstarif). Das ist ein Stromvertrag von demjenigen Anbieter mit den meisten Kunden vor Ort (zum Beispiel Vattenfall in Berlin oder Eon in Hamburg). Dieser Stromtarif ist meist teuer, weshalb Du den Tarif oder gleich den Anbieter wechseln solltest, falls Du noch in der Grundversorgung steckst. Du kannst mit einer Kündigungsfrist von nur zwei Wochen aus der Grund- oder Ersatzversorgung raus.

Während der Energiekrise 2022 war die Grundversorgung im Vergleich zu anderen Stromverträgen meist günstig. Das gilt jetzt aber nicht mehr.

Wie viel Geld kann man durch einen Stromvergleich und Anbieterwechsel sparen?

Das kommt sehr darauf an, wo Du wohnst, bei welchem Anbieter Du aktuell bist und wie hoch Dein Stromverbrauch ist. Am meisten kannst Du sparen, wenn Du aus der Grundversorgung kommst. Aber auch dabei gibt es große regionale Unterschiede. 

In Mecklenburg-Vorpommern sparen Verbraucher (mit einem angenommenen Stromverbrauch von 5.000 kWh) laut einer Beispielrechnung von Check24 durch einen Wechsel von der Grundversorgung zu günstigen alternativen Versorgern am meisten – durchschnittlich 1.197 Euro im Jahr.

In Bremen sei das absolute Sparpotenzial aktuell am geringsten, dennoch spare man durch einen Wechsel von der Grundversorgung zu einem alternativen Versorger im Schnitt noch 447 Euro, heißt es bei Check24.

Der angenommene Stromverbrauch von 5.000 Kilowattstunden entspricht einer mehrköpfigen Familie in einem Einfamilienhaus. Wohnst Du in einem kleineren Haushalt, dürfte Dein Stromverbrauch weit darunter liegen. Das ist gut – allerdings ist das Sparpotential durch einen Stromvergleich auch geringer.

Was bringt die Strompreisbremse?

Im Moment nicht viel! Die Strompreisbremse begrenzt den Strompreis von 80 Prozent des üblichen Verbrauchs auf maximal 40 Cent pro Kilowattstunde. Derzeit (Juli/August 2023) liegen die normalen Marktpreise aber durch die Bank deutlich unter 40 Cent. Du kannst Stromverträge mit einem Arbeitspreis von unter 30 Cent finden.

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